Auf dem großen Erdbeerfeld vom Sandmairhof in Langenpettenbach, wo alle Früchte perfekt rot, glänzend und gleichmäßig geformt waren, lebte eine kleine Erdbeere namens Beppo. Beppo war kleiner als die anderen und hatte drei komische kleine Auswüchse, die aussahen wie zwei Augen und eine Knubbelnase.

Während die anderen Erdbeeren seufzten: „Oh, wie schön symmetrisch wir sind!“, dachte Beppo: „Ich sehe aus wie ein verwirrtes Murmeltier.“ Die großen Erdbeeren tuschelten: „So eine möchte niemand pflücken. Die landet im Kompost.“

Eines Tages kam die Bäuerin mit ihrem Korb. Alle großen Erdbeeren streckten sich: „Mich! Mich!“ Beppo duckte sich. Doch der Bäuerin blieb vor ihr stehen, lachte und rief: „Meine Tochter sucht genau so eine! Die mit dem Gesicht!“

Und wirklich: Die kleine Tochter klebte Beppo zwei Wackelaugen auf die echten „Augen“, malte ihr einen Mund und trug sie stolz im Puppenwagen spazieren. Beppo wurde nie gegessen – sie wurde die lustigste Spielzeug-Erdbeere der Welt.

Und wenn sie heute auf dem Kinderzimmerregal sitzt, zwinkert sie den anderen Erdbeeren zu, die längst zu Marmelade verarbeitet wurden. „Na, wer lacht jetzt?“, piepst sie dann. Aber sie sagt es nicht böse – sie ist ja eine Gourmet-Erdbeere mit Herz und Nase.