Am 9. Mai 2026, dem Festtag der Seligen Maria Theresia von Jesu Gerhardinger, wurden in der St. Jakobskirche am Anger die Vielfalt als Geschenk und die Einheit als Aufgabe gefeiert.

Die Gestaltung des Festgottesdienstes hatten Studierende der ordenseigenen Fachakademie für Sozialpädagogik in München unter Leitung von Schwester M. Gisela Hörmann übernommen und sich mit dem Thema intensiv auseinandergesetzt. Dabei standen Impulse aus dem ersten Korintherbrief (1 Kor 12 ff.) sowie dem Johannesevangelium (Joh 14) im Mittelpunkt. Besonders hervorgehoben wurden Mutter Theresias Zuwendung zu Bedürftigen und ihr unermüdliches Bemühen um den Dialog zwischen Kirche und Gesellschaft.

Die biblischen Texte lenkten den Blick auf die Vielfalt der Gaben innerhalb der Gemeinschaft und auf den Auftrag, einander in Liebe und Verantwortung zu begegnen. Gerade darin wurde das Vorbild Mutter Theresias sichtbar: Sie verstand ihren Dienst an katholischer Schule als Ausdruck gelebten Glaubens und als Zeichen der Hoffnung durch Glauben und Bildung. So verband die Feier die Botschaft der Hl. Schrift mit dem Beispiel einer Frau, deren Leben bis heute viele Menschen inspiriert, wachsam, mitfühlend und solidarisch zu handeln.

Der Zelebrant Pater Stefan Stöhr SDB betonte in seiner Predigt, dass Einheit stets errungen werden müsse und nicht mit Gleichförmigkeit oder Gleichmacherei verwechselt werden dürfe. Wahre und tiefe Einheit lasse vielmehr Raum für Vielfalt und ermögliche ein lebendiges Miteinander, in dem Menschen einander tragen und sich gegenseitig im Glauben stärken.

Für die Entwicklung einer modernen und demokratischen Gesellschaft spielt die Erzieher:innenausbildung eine zentrale Rolle. Denn sie begleiten Kinder und Jugendliche in wichtigen Lebensphasen, fördern ihre Persönlichkeit und Werte. Dabei treffen sowohl in der Ausbildung als auch in der Arbeit mit Heranwachsenden unterschiedliche Menschen, Kulturen, Erfahrungen und Sichtweisen aufeinander. Genau hier entsteht das Spannungsfeld zwischen Vielfalt und Einheit. Beide Aspekte sind für eine erfolgreiche pädagogische Arbeit unverzichtbar.

Der Anspruch auf Einheit prägt das Wirken der Kongregation der Armen Schulschwestern v.U.L.Fr. bis heute und zeigt sich besonders in der neu gegründeten Provinz Europa. Diese setzt sich dafür ein, die Zusammenarbeit zwischen den Standorten der Ordensgemeinschaft zu fördern, gegenseitiges Verständnis zu stärken und christliche Werte in der Vielfalt und Einheit bewusst zu leben. So wird Vielfalt nicht als Hindernis, sondern als Bereicherung verstanden, die die Kongregation ganzheitlich stärkt und ihre pädagogische Arbeit lebendig weiterentwickelt.

Herzliche Begegnungen im Anschluss rundeten den Festtag stimmungsvoll ab. Ein großer Dank gilt den Studierenden, Schwester M. Gisela Hörmann, Pater Stöhr und allen, die zum Gelingen dieses besonderen Tages beigetragen haben.