Wenn wir unsere Welt so anschauen, ist der Gesamteindruck wenig positiv. Manche Leute sehen sich keine Nachrichten mehr an, weil sie nicht ständig deprimiert sein wollen. Diejenigen, die gegen das Unrecht und das Böse aufstehen, werden vielfach einfach von der Bildfläche abgezogen und verschwinden in Lagern und Gefängnissen. Andere radikalisieren sich zu hasserfüllten Menschen und zerstören zusammen mit Gleichgesinnten das Leben oder die Lebensgrundlage vieler ihrer Mitmenschen. Oft geschieht das im Namen Gottes. Dieser Irrsinn ist nicht neu, sondern zieht sich durch die Geschichte der Menschheit. Und unsere Erde kämpft gerade ums Überleben. Das Böse scheint dem Guten überlegen zu sein.

Jesus Christus erlebte selbst die geballte Macht des Bösen. Er hat sie nie verharmlost. Wenn er uns so zu beten lehrt, dann weiß er, wovon er spricht. Er wurde angefeindet, abgelehnt und aus dem Weg geschafft.  Trotzdem ist er nicht gescheitert. Er lebt noch immer.

Können wir dem Bösen nichts entgegensetzen?  Es gibt ein Phänomen in unserem Leben, dem wir überall begegnen. Es ist das sogenannte Gesetz der Resonanz oder Anziehung. Im Volksmund heißt es: „Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus.“ In der Bibel steht: “Was der Mensch sät, das wird er ernten.“  Das heißt als Realität in unserem Leben: Wir ziehen genau das in unser Leben, was wir durch unsere Gedanken, Einstellungen und Erwartungen ausstrahlen. Unsere Gedanken sind Energien mit einer bestimmten Schwingungsqualität und ziehen gleichgerichtete Schwingungen an.  Das ist übrigens keine Esoterik, sondern Quantenphysik. Wir erkennen erst langsam, wie Gott im Makrokosmos und im Mikrokosmos wirkt.

So ist es also: Worauf wir unsere Aufmerksamkeit, unsere Gedanken richten, das bekommt Energie, wächst und wir ziehen es in unser Leben. Ärgern wir uns ständig und nörgeln über Gott und die Welt, werden wir garantiert immer etwas finden, worüber wir uns aufregen können. Haben wir, im Gegensatz dazu, Freude am Leben und finden andere Menschen interessant und liebenswürdig, werden wir genau diese interessanten und liebenswürdigen Menschen treffen.

Die Umwelt ist wie ein Spiegel – sie zeigt uns selbst. Es ist gut, wenn wir manchmal über uns selbst erschrecken – über das, was an Ichbezogenheit und Lieblosigkeit in uns existiert.
Wir spüren schmerzlich, dass wir erlösungs-bedürftig sind.
Sind wir bereit für die Bitte?

Text. Sr. Pietra Hagenberger

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