Ist mein Glaube so alt wie ich?

Ich erinnere mich, wie ich als junge Ordensfrau einmal einer älteren Mitschwester begeistert von einem eben veröffentlichten theologischen Buch erzählte und sie fragte, ob sie es auch gern lesen würde. Sie antwortete, nicht unfreundlich, aber sehr bestimmt: „Nein danke. Ich habe meinen Glauben.“ Ich war sehr betroffen von der Antwort, weil ich nie gedacht hätte, dass man den Glauben einfach „haben“ kann. Ich dachte, er entwickelt sich

Ist mein Glaube so alt wie ich?2021-07-26T15:15:56+02:00

Der Zweifel – ein Bruder des Glaubens ?

Irgendwie mochte ich den Thomas aus den Ostererzählungen schon immer. Er schien mir ein redlicher Mann zu sein, der sich seine eigenen Gedanken machte und der sich überzeugen, aber nicht überreden ließ. Er hatte, wie die anderen Jünger, gerade erst das Scheitern aller Hoffnungen erlebt im grausamen Tod Jesu. Und nun sollte er die Nachricht verkraften, dass dieser Jesus den Anderen erschienen war – als Lebender. Er

Der Zweifel – ein Bruder des Glaubens ?2021-05-14T09:27:05+02:00

Das Kreuz

Ist es wahr, dass das Kreuz einen glaubenden Menschen trösten kann? Nicht das einfache Holzkreuz, sondern eines mit Corpus? Viele Menschen haben es so erlebt in eigener großer Not. Wie soll das gehen, wenn da einer hängt, der selber nach dem Warum fragt und hilflos seinem Schicksal ausgeliefert ist? Wie kann einer trösten, der selber um den Sinn seines Lebens ringt? Die letzten Worte Jesu am Kreuz

Das Kreuz2021-04-01T22:06:54+02:00

Ausgestreckt Zwischen Himmel Und Erde Ein Bild und zwei Interpretationen Als ich das Bild vor etwa 10 Jahren von einer Bekannten geschenkt bekam –ohne Kommentar – war mir klar, dass es etwas zu tun haben musste mit der Spannung, in der wir alle stehen: der Spannung zwischen Himmel und Erde, zwischen Ideal und Wirklichkeit oder zwischen Sehnsucht und Zurückgeworfen werden auf das Mögliche. Es schien mir

2021-03-24T15:17:48+01:00

Bild von FERRAND auf Pixabay Auf dem Weg zur ZuneigungDas Wort „Toleranz“ war einmal ein stolzes Wort. Ganze Nationen sonnten sich an seinem Klang. Weltreligionen kämpften sich durch zu seiner Akzeptanz.Und plötzlich reicht es nicht mehr. Andere Ansprüche, neue Erfahrungen zeigen uns in unserer global gewordenen Welt, dass „Toleranz“ – die Duldung eines anderen Denkens, einer anderen Weltanschauung oder einer anderen ethnischen Herkunft und Kultur – nur

2021-03-19T11:47:20+01:00

Die Maske

Eigentlich bin ich ganz anders … nur komme ich so selten dazu. (Ödön von Horvarth) Wenn man heute von einer Maske spricht, denkt man sofort an Corona und alle auferlegten Schutzmaßnahmen. Vor Corona gehörte die Maske zum Fasching mit seinen vielen Requisiten und bedeutete, in eine andere Rolle hineinzuschlüpfen, den Alltag hinter sich zu lassen und eine andere Art von Freiheit zu genießen. Ein Versteckspiel also, das

Die Maske2021-02-13T10:14:31+01:00

Die leere Krippe

Die leere Krippe Bleibt sie leer – oder wartet sie auf eine stille Gottesgeburt in unseren Herzen? In vielen Kirchen und auch Wohnzimmern wird in den letzten Tagen des Advent schon die Krippe hergerichtet als Symbol des Wartens und Erwartens, des Hoffens und der Umkehr. Oft denkt man daran, dass wir uns in dieser Zeit mehr Gott zuwenden und uns erinnern sollten an wesentliche Inhalte unseres

Die leere Krippe2020-12-26T09:52:25+01:00

Gesegnete oder gestörte Wahrnehmung

Es gibt eine buddhistische Parabel, die etwa so klingt: Eines Tages saß Buddha unter einem Baum. Da kam ein junger straffer Soldat vorbei, der Buddha ansah, seine Dickleibigkeit bemerkte und zu ihm sagte: “Du siehst aus wie ein Schwein.“ Buddha schaute den Soldaten ruhig an und sagte: „Und du siehst aus wie Gott.“ Der Soldat war verblüfft und fragte ihn: „Warum sagst du, dass ich wie Gott

Gesegnete oder gestörte Wahrnehmung2020-10-23T21:05:11+02:00

Auf Schatzsuche

Kann man das: bis ins Alter hinein den Schatz des Lebens hüten und bewahren? Kann man die Perlen, die einem immer wieder geschenkt worden sind, so in der Erinnerung behalten, dass sie einem in nüchterneren Zeiten die Freude wiederbringen? Haben auch Schmerzen und Tränen ihren rechten Platz in der Buntheit des Lebens, so dass ich sie nicht auszuklammern brauche aus der Gesamtheit meiner Lebenserfahrungen? Von Augustinus stammt

Auf Schatzsuche2020-10-24T09:46:18+02:00

Zuhören

Zuhören können ist eine Kunst, vor allem, wenn es um das Nichtgesagte geht, das zwischen den Worten schwingt. Warum ist es so schwer, richtig hin zu hören? Vielleicht, weil uns die Pausen peinlich sind und wir sie deshalb tunlichst vermeiden? Vielleicht, weil ich die Zeit brauche, um meine eigenen Gedanken zu formulieren und ich deshalb gar nicht höre, was der/die andere sagt? Vielleicht, weil es mich gar

Zuhören2020-09-06T21:01:53+02:00