Es ist verständlich, dass der/die Betende nach so vielen Bitten das Bedürfnis hat, mit einem Lobpreis abzuschließen. Die Urgemeinde muss es ebenso empfunden haben. Dank und Lobpreis sind unsere einzig angemessenen Reaktionen auf Gottes Anwesenheit mitten unter uns.
Jesus lebte in einer einmaligen Beziehung zum Vater. Wir versuchen ihm nachzufolgen, indem wir unsere Energie aus Gottes Kraft holen. Wer aus seiner vermeintlich eigenen Kraft lebt, wird mit dem Vaterunser seine Schwierigkeiten haben. Denn im Mittelpunkt dieses Gebetes steht der Einzige, der weiß, „was die Welt im Innersten zusammenhält“. Einer, der seine Schöpfung bejaht und dessen Aufmerksamkeit auf die Sorgen seiner Menschen gerichtet ist. Was können wir anderes tun, als ihm diese Welt mit all ihren unerforschten Geheimnissen und Schönheiten dankbar hin zu halten, und ihm zu zeigen, dass wir all das sehen und schätzen.
Alfred Delp sagt: „Gottes Kraft geht alle Wege mit“. Ihm nimmt man das ab, denn er spricht so im Angesicht des Todes. Da beschönigt man nicht mehr, sondern bezeugt, was man wirklich erfahren hat. Es berührt uns, wenn wir hören, wie Menschen ihr Leben und ihr Sterben mit gleichem Mut annehmen. So verherrlichen sie Gott.
Auch wir verneigen uns in Ehrfurcht vor dem Geheimnis, das keine Sprache erfassen kann. Und doch vermittelt uns Jesus einen „zugänglichen“ Gott, einen Gott, der auf unsere Antwort wartet.

Tun wir, was Mutter Theresia uns vorgelebt hat:
„Geben wir Gott unser ganzes Herz. Es gehört ihm ja schon.“

Text: Sr. Pietra Hagenberger
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