Vier Mädchen im Alter von 12 bis 16 aus der Umgebung von Cham, Geisenfeld und Neunburg vorm Wald kamen zu den Orientierungstagen nach Neunburg.

Freitag

Bereits beim Ankommen hatte man das Gefühl: „Alte Freundinnen treffen sich wieder…!“ Das Abendessen war zugleich so was wie ein Update unter dem Motto: „Wie geht´s mir?“ Nach dem Wunschkonzert stiegen wir deshalb gleich ins Thema ein. Wir ergänzten „Leben leben“ mit unseren Gedanken – ähnlich wie bei einem Kreuzworträtsel. Und so entstand unser beeindruckender Wortsalat.

Im Spiel „Bamboleo“ legt man Figuren auf eine balancierende Holzscheibe und nimmt diese anschließend wieder herunter. Natürlich ohne dass das Ganze ins Rutschen kommt. Hier sind starke Nerven, Teamgeist und vor allem eine ruhige Hand gefragt.

Was hat das Spiel mit unserem Thema zu tun? Wenn man die auf wackligem Grund aufgebaute Holzscheibe als Erde sieht und die Figuren uns bzw. unser Handeln darstellen, dann zeigt uns das Spiel, dass es nicht egal ist, wie ich mein Leben lebe.
In einer Geschichte trafen wir auf ein Dorf, wo täglich alles neu ist. Wir überlegten, was wir täglich bzw. immer wieder neu brauchen und wo wir an den „alten Dingen“ und an den Erinnerungen hängen und kamen am Ende ins Philosophieren über das Wort „alles“: Ist dann auch das Haus, die Währung, die Straße, die beste Freundin, die Familie und die Sprache täglich neu? Fazit: Wie gut, dass wir nicht in so einem Dorf leben…

Der erste Tag endete mit einem kurzen Tagesabschluss. Wir überlegten, wo der Tag heute lebendig war und für was bzw. wen ich dankbar bin.

Samstag

In den Tag starteten wir mit einem gewöhnlichen Morgenlog.
Doch dann wechselten wir nicht nur den Raum, sondern auch unsere Gewohnheiten. Es folgte keine Bibelarbeit, sondern eine Reise in ferne Länder – zumindest in Gedanken und auf Bildern. Auf denen waren Menschen aus aller Welt mit ihrem Besitz zu sehen. Unsere Aufgaben: 1. In welchem Land lebt die Familie? 2. Was ist ihr wertvollster Besitz? 3. Was wünscht sie sich? In der Auseinandersetzung mit den Fragen wurde uns wieder mal bewusst, dass materieller Reichtum eher selten glücklich und zufrieden macht und dass man zum „Leben leben“ vor allem die unbezahlbaren und kostenlosen Dinge braucht.

Im Film „Mit wie wenig kann ich leben?“ begegneten wir einer fünf köpfigen Familie, die sich auf ein spannendes Experiment einlässt. Um Geld zu sparen landeten viele Gegenstände zunächst in einem Container, mit der Option, täglich einen zurückholen zu können. Auf die Art und Weise setzten sie sich mit ihrem Lebensstil, mit Gewohnheiten und Einstellungen auseinander und darüber hinaus lernten sie noch so manchen Trick, wie man Geld sparen kann und so ganz nebenbei auch viel über sich selbst. Ein sehenswerter Film!

Jetzt war Zeit für ein leckeres Mittagessen.

Der Nachmittag begann zunächst sehr rätselhaft. Unsere Zutaten für den kreativen Teil: Natron, Zitronensäure, Kokosfett, ätherische Öle, Lavendelblüten, Stärke, Bienenwachs, Sonnenblumenöl, Zucker, Salz, und helle, dunkle bzw. weiße Konfitüre. Was soll daraus werden? Ganz einfach: Erkältungsbalsam, Deo, feste Bodylotion, Badepralinen, Lavendelsalz, Lavendelzucker und Schokolade.

Nach dem duftreichen Tun teilte sich die Gruppe. Die einen bereiteten das Abendessen vor und die anderen „chillten“ bzw. „Whatsappten“.

Nach dem Abendessen und der Abendmesse dankten wir den Schwestern für ihre Gastfreundschaft und die Bereitstellung der Räume im Kinderhaus. Bei dieser Gelegenheit überraschten wir sie mit unsren selbstgemachten Präsenten.

Sonntag

„Was ist eigentlich das Leben?“, fragt ein keckes Eichhörnchen. Ein lustiger Schmetterling, eine Ameise, eine Rose, eine Biene und viele bzw. vieles andere mehr gibt Antwort. Die Mädchen durften zunächst verschiedene Aussagen den Tieren und Dingen zuordnen. Nach dem Hören der Geschichte überlegten wir, was ist das Leben für mich – hier und heute.
Belächelt wurde zunächst das Lied: „Leben ist mehr“ von Rolf Zuchowski. Doch am Ende mussten auch die Kritiker zugeben, dass das Lied wertvolle Botschaften erhält. Wer es nicht glaubt, kann es „googlen“.

Die Zeit verging wie im Flug und nach dem Aufräumen hieß es: „Zeichen setzen im Oktober 2020!“